Qualitätsstandard
Immer wieder stellen sich Kunden in meiner Praxis mit einer "Vorgeschichte" vor, die mir im wahrsten Sinne des Wortes die Haare zu Berge stehen lässt. Leider darf in Deutschland jeder, der sich befugt fühlt, ein Gerät kaufen und die Elektroepilation als Dienstleistung anbieten. Eine Mindestausbildung wird nicht gefordert, einen Qualitätsstandard gibt es nicht. Was das teilweise für Folgen haben kann, bekam ich schon mehrfach zu sehen und zu hören.
Es betrübt mich natürlich sehr, aber ändern kann ich es leider nicht. Das ist Ihre Aufgabe!
Aber worin unterscheiden sich gute und schlechte Behandler?
Eine Möglichkeit einen guten Elektrologisten zu finden ist via Mundpropaganda. Allerdings gestaltet sich das mitunter schwieriger als gedacht, es gibt verhältnismäßig wenig professionell arbeitende und man spricht nicht unbedingt über störenden Haarwuchs und Haarentfernung. Gerade unter Hirsutismus oder Hypertrichose leidende Frauen haben häufig Hemmungen über ihre übermäßige Behaarung zu sprechen.
Wie also kann man vor Ort zumindest Anhaltspunkte erkennen und einschätzen?
Ein Beratungstermin ist das mindeste was sie vor dem eigentlichen Behandlungsbeginn erwarten können. Dieser sollte so ausführlich sein, dass sie am Ende eine Entscheidung treffen können. Die Technik sollte erklärt werden, Risiken und Nebenwirkungen müssen besprochen werden, eine eingehende Anamnese befasst sich auch mit möglichen Ursachen einer Überbehaarung, Medikamente und Krankheiten müssen unter Umständen berücksichtigt werden, was vor und nach der Behandlung zu beachten ist sollten Sie nicht nur mündlich mitgeteilt bekommen, eine Testbehandlung (und das ist ganz sicher mehr als ein Haar!) gehört selbstverständlich zu einem Beratungstermin dazu.
Möglicherweise ist dieser Termin kostenlos, aber bedenkt man den Aufwand und die Zeit für einen wirklich eingehenden Beratungstermin, ist eine Unkostenpauschale durchaus berechtigt.
Schauen Sie sich um in der Praxis!
Nicht die exclusivste Ausstattung macht einen guten Behandler aus, aber Sauberkeit und Hygiene. Und ganz wichtig, achten Sie darauf dass die Sonde (Nadel) nach der Behandlung ordnungsgemäß entsorgt wird. Es handelt sich dabei um kontaminierten Abfall und gehört in ein entsprechendes Behältnis. Auf gar keinen Fall sollte sie ein zweites Mal verwendet werden, auch nicht die vergoldeten. Vergewissern Sie sich, dass bei jeder Behandlung eine neue Sonde verwendet wird. Die Kosten einer immer neuen Sonde sollten selbstverständlich auch im Behandlungspreis enthalten sein.
Fühlen Sie sich gut aufgehoben?
Die Chemie zwischen Ihnen und dem Behandler sollte stimmen. Sie begeben sich in die Hände einer zunächst fremden Person, also ist gegenseitiges Vertrauen eine nicht unwesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung. Es ist wichtig auch über unangenehme Dinge sprechen zu können, Bedenken äußern zu können. Die meisten Dinge klären sich sehr schnell, wenn man sie anspricht und zwar in beide Richtungen.
Lassen Sie sich nicht drängen!
Sie sollten Ihre Entscheidung pro einer Elektroepilation immer aus Überzeugung treffen. Wenn Sie rundum ein gutes Bauchgefühl haben, spricht natürlich nichts dagegen im Anschluss an den Beratungstermin einen Behandlungstermin zu vereinbaren. Sollten Sie sich aber unsicher fühlen, gibt es keinen Grund sich jetzt und sofort entscheiden zu müssen, auch wenn ein mögliches Angebot lockt. Angebote gibt es immer wieder!
Zertifikate an der Wand...
... sind oft nur bedingt ein Erkennungsmerkmal für professionelle Behandler. Auch eine Verbandszugehörigkeit sagt noch nichts über die Qualität der Behandlung aus. Papier ist geduldig und wie wir alle wissen, muss man sich in jedem Beruf stets auch weiterbilden wollen. Auch hier kann ihr Bauchgefühl Ihnen einen entscheidenden Hinweis geben. Fühlen Sie sich gut aufgehoben?
Was tun, wenn Sie nicht überzeugt sind?
Eigentlich ganz einfach, sprechen Sie ihre Bedenken an. Ein guter Behandler wird Verständnis dafür aufbringen, versuchen Ihre Bedenken auszuräumen, mit guten Argumenten - nicht mit Druck.
Hilft Ihnen das nicht weiter, dann investieren Sie die Zeit für ein weiteres Beratungsgespräch bei einem anderen Behandler, eine zweite Meinung sozusagen.



