Welche Möglichkeiten der Haarentfernung gibt es?
Die Tradition glatter, haarloser Körper...
Schon bei den Ägyptern wurden Körperhaare mit Haarentfernungsmitteln aus Harzen oder mit geschliffenen Steinen entfernt. In der Antike der Griechen und Römer wurden Substanzen zur Haarentfernung hergestellt und verwendet. In islamischen Ländern hat die Kunst der Haarentfernung ebenfalls eine lange Tradition.
Eine populäre Methode war und ist, eine Zuckerlösung auf die Haut aufzutragen, die nach dem Trocknen zusammen mit den unerwünschten Haaren entfernt wird.Heute ist der Wunsch nach glatter, haarloser Haut größer denn je und die verschiedenen Methoden zur Haarentfernung reichen von vorübergehender (temporärer) bis dauerhafter (permanenter) Enthaarung. Wenn man mit dem Gedanken spielt, sich ein für allemal von störendem Haarwuchs zu trennen, sollte man sich gut über die angebotenen Möglichkeiten informieren.
Nicht alle Methoden halten was sie versprechen und einige sollten prinzipbedingt skeptisch beurteilt werden. Lesen Sie dazu auch den Artikel “Haarentfernung - was wirklich hilft” in der Zeitschrift “Stiftung Warentest” Ausgabe 04/2005 oder den Bericht ”Haarentfernung Fein raus” im “ÖKO-TEST Magazin” Ausgabe 08/2007.Bei der Enthaarung unterscheidet man zwischen Depilation und Epilation, sowie zwischen temporärer und dauerhafter Haarentfernung. Wobei dauerhaft lt. Duden einen längeren Zeitraum überdauernd beschreibt.
Bei der Depilation wird nur der sichtbare Teil der Haare entfernt werden. Dazu gehören die Enthaarung durch rasieren, chemische Zersetzung (Enthaarungscreme und -schaum) und die mechanische Entfernung der Haare mittels Reibung (Rubbelhandschuh u. ä.).
Unter dem Begriff Epilation werden die Methoden zusammengefasst, bei denen auch der nicht sichtbare Teil entfernt wird. Hierzu zählen die Haarentfernung durch Zupfen mit einer Pinzette, Warm- und Kaltwachse, Fadentechnik, Ultraschallenthaarung, enzymatische Präparate, elektrische Epiliergeräte (Silk-épil etc.), Laser- und Lichtbehandlungssysteme (IPL, ELOS etc.), sowie die Nadel- bzw. Elektroepilation. Bei den meisten Methoden bleiben die Haarwurzeln jedoch erhalten und es wird nur eine mehr oder weniger länger anhaltende Entfernung der Haare erreicht.
In der nachfolgenden Tabelle können Sie gut erkennen wo das Haar mit den diversen Methoden erfasst und entfernt wird.
Depilation
Rasur:
Die erste Revolution im Rasiererbereich löste King Gillette aus. Er erfand bereits 1895 einen Rasierer mit Wegwerfklingen. 1915 führte Gillette einen Rasierer speziell für Frauen ein. 1931 erfand Jacob Schick den elektrischen Rasierer. Wenig später stellte Remington einen Doppelkopf-Rasierer und einen Elektrorasierer für Frauen vor. Die Haare werden nur an der Hautoberfläche abgeschnitten und sind meist nach kurzer Zeit fühlbar nachgewachsen. Als hartnäckiges Gerücht hält sich leider immer noch die Mär vom verstärkten Haarwuchs durchs rasieren. Dieser Eindruck entsteht dadurch, dass das feine Ende des Haares abgeschnitten wird und der nachwachsende Haarstumpf die Spitze dicker erscheinen lässt.
Chemische Produkte (z.B. Enthaarungscreme):
Chemische Enthaarungsmittel entstanden 1940 in der Firma Carter-Wallace, New York als Begleiterscheinung der damals herrschenden Kriege. Strümpfe waren rar und die Beine dadurch nackt. Der enthaltene Wirkstoff Thioglykolsäure wirkt auf die Hornsubstanz - das Keratin - im Haar auflösend. Neben dem oft beißenden Geruch, kann es auch zu Hautreizungen kommen. Deshalb sollten Produkte vor der Anwendung auf Verträglichkeit überprüft werden, z. B. in der Armbeuge. In Laboruntersuchungen zeigte sich in den meisten Fällen bereits nach drei bis fünf Tagen sichtbarer Nachwuchs.
mechanische Entfernung:
Die Haare werden mit einem Handschuh o.ä., der eine Oberfläche aus feinem Sandpapier besitzt, abgeschmirgelt. Dies funktioniert aber nur bei feinen Haaren gut. Muss alle paar Tage wiederholt werden.
Epilation
Zupfen und Wachsen:
Einzelne Haare werden oft mit einer Pinzette gezupft. Beim wachsen kommen Halawa (Mischung aus Zucker und Zitronensaft), Warmwachs und Kaltwachsstreifen zum Einsatz. Allen gemeinsam ist, dass die sichtbaren Haare von der Masse umschlossen werden und durch abziehen die Haare im Follikel abgerissen werden. Bis zu 4 Wochen kann es dauern bis Haare wieder sichtbar nachwachsen. Nachbehandlungen sind daher oft erst nach 6 bis 8 Wochen nötig.
Nachteil:
Beim Zupfen oder Wachsen kann sich die Haut über dem herausgerissenen Haar verfestigen. Das behindert das nachwachsende Haar, sodass es unter der Hautoberfläche weiterwächst, manchmal zusammengerollt. Entzündungen sind die Folge davon. Ferner werden bei dieser Methode sehr häufig verstärktes Wachstum beobachtet.
Fadentechnik:
Die Fadentechnik wird im Wesentlichen für die Entfernung von Gesichtshaaren angewendet und hat ihren Ursprung in orientalischen Ländern. Die Fäden, die man dafür benutzt, werden mit zwei Händen zwischen den Fingern sehr schnell gedreht und dabei so über die Haut geführt, dass sich beim Drehen die Haare dazwischen verfangen und so herausgerissen werden. Geübte Frauen wenden diese Methode am ganzen Körper an. Dauer: siehe auch Zupfen und Wachsen.
Ultraschall:
Mittels Ultraschall werden spezielle Wirkstoffe in den Follikel eingeschleust (Sono- bzw. Phonophorese) . Diese sollen eine Ablösung des Haares bewirken und damit eine widerstandslose Entfernung mittels Wachs oder Pinzette ermöglichen. Abschließend werden haarwuchsverzögernde Wirkstoffe eingebracht. Dauer: länger anhaltend - siehe auch Zupfen und Wachsen.
enzymatische Präparate:
Enzymatische Präparate werden unmittelbar nach der Epilation (meist mit Wachs) aufgetragen und einmassiert. Die Enzyme sollen die Proteine der Haarbildungszellen abbauen und so eine Haarwuchsreduktion herbeiführen. Dauer: länger anhaltend - siehe auch Zupfen und Wachsen.
elektrische Epiliergeräte:
Epiliergeräte zupfen die Haare über sich drehende Walzen mit versetzten Pinzettenpaaren oder mit sich rotierenden Scheiben aus. Die Haare sollten mindestens 0,3 bis 0,5 cm lang sein, aber nicht länger als 1 cm. Dauer und Nachteile wie beim Zupfen und Wachsen.
Laser, Blitzlampen und IPL-Systeme:
Derzeit befinden sich mehrere Laser- und Lichtbehandlungssysteme in klinischer Erprobung, um deren Eignung hinsichtlich der Verlangsamung von Haarwuchs (long-term Epilation) bis hin zur dauerhaften Haarentfernung zu untersuchen. Es handelt sich hierbei im einzelnen um länger gepulste (bis 50 msec.) Festkörper- (Alexandrit-, Nd:YAG- oder Rubinlaser) oder Diodenlaser bzw. hochenergetische Entladungslampen (Markennamen: PhotoDerm, EpiLight, Ellipse etc.). Für viele dieser Systeme ist inzwischen eine haarwachstumsverlangsamende Wirkung gesichert, während hinsichtlich der permanenten Enthaarung noch keine definitiven Ergebnisse vorliegen.
Quelle: Dt. Dermatologische Lasergesellschaft e.V.
Die Haarentfernung mit der Lasertechnik oder speziellen Blitzlampen ist keine Leistungen der GKV, da die dauerhafte Wirksamkeit des Verfahrens nicht ausreichend belegt ist. Weder die Anzahl der dafür notwendigen Behandlungen noch die Dauer des Vorhaltens der Haarentfernung sind bekannt. Die Langzeitwirkungen und die möglichen Hautschäden sind nicht sicher vorhersehbar. Es liegen keine Belege vor, dass die Lasermethode einer Elektroepilation überlegen ist.
Quelle: AOK - Epilation mit Laser
Artikel der FDA (Food and Drug Administration) über Laserhaarentfernung
US FDA/CDRH: Consumer Information Laser Facts - Hair removal (engl.)
Elektro- oder Nadelepilation:
Diese Methode gilt als die effektivste, wenn störender Haarwuchs definitiv für immer entfernt werden soll. Die Elektroepilation erfüllt die strengen Kriterien der FDA (Food and Drug Administration) und erhält als einzige Methode im Bereich der Epilation die Zulassung "permanent hair removal” - permanente Haarentfernung - bei allen Haarfarben, Haarstärken und jedem Hautyp.
Lesen Sie mehr dazu unter dem Menüpunkt Elektroepilation.



